Archiv für die Kategorie ‘Klettern’

Sonntag, 29. August 2010

Klettern in Montestrutto

Der erste gemeinsame Urlaub alleine mit der Vroni hat uns in den Nordwesten des Piemonts geführt, um dort zu klettern, wandern und einfach Italien genießen.

Bei den Vorbereitungen auf den Urlaub sind wir dann recht schnell auf ein Problem gestoßen: Wo bekommen wir Topos zum Klettern her? Einschlägige Foren haben im Internet immer wieder einen Kletterführer genannt, der zum einen 40 Euro kostet und zum anderen vergriffen ist/war. Meine Lust den Führer doch noch irgendwo aufzutreiben, hielt sich auf Grund des hohen Preises in Grenzen und so habe ich weiter das Internet bemüht. Die Sucherei hat sich gelohnt, denn ich habe eher zufällige einen tollen Klettergarten gefunden, auf den ich hier aufmerksam machen will: Montestrutto.

Montestrutto liegt 15km nördlich von Ivrea unweit der Autobahn von Aosta nach Turin. Das Klettergebiet erreicht man, wenn man aus Süden kommend vor dem Ortsanfang rechts und danach gleich wieder links abbiegt. Nach 200-300 Metern ist man dann am Parkplatz des Klettergebiets, der sich gegenüber eines großen Umspannwerks befindet. Man kann auf einfach schauen, wo die ganzen Stromleitungen zusammen laufen, dann verfehlt man den Parkplatz auch nicht. :-)

Das Klettergebiet ist schon vom Parkplatz nicht zu übersehen und wird erreicht indem man 100 Meter über eine Wiese läuft. Am Klettergebiet befindet sich ein Kiosk mit öffentlicher Toilette, die auch geöffnet hat, wenn der Kiosk geschlossen hat – was bei uns immer der Fall war, da er anscheinend nur am Wochenende geöffnet hat.

Der Klettergarten wurde erst 2008 eingerichtet und ist tiptop abgesichert. Alle Routen sind mit Umlenkern versehen und es gibt einige Routen, die extra für Kinder eingerichtet wurden. Diese Routen zeichnen sich dadurch aus, dass der Hakenabstand so gewählt ist, dass auch ein kleines Kind ohne größere Schwierigkeiten, den nächsten Haken einhängen kann.

Im Klettergebiet befinden sich ca. 80 Routen im Schwierigkeitgrad von 3 bis 7b. Man findet neben plattigen auch steile und überhängende Klettereien in solidem Gneisgestein. Es hat neben recht sonnigen Routen auch angenehm schattige. Als Sichernder kann man bei fast allen Routen im Schatten stehen, der von großen Esskastanien und Walnussbäumen geworfen wird. Der Fels trocknet sehr schnell ab, so dass auch eine regnerische Nacht das Klettervergnügen nicht trübt.

Ich habe eine Übersicht der Felsen und der Routen inkl. Bewertungen, die ich dieser Italienischen Webseite entnommen habe, in ein PDF zum Download gepackt.

Im Ort selber findet sich direkt an der Hauptstraße der Kletterladen XL Mountain, bei dem man neben allerlei Klettermaterial und Telemarkzeug – es wird Winter JUHUUUU! – auch Topos für den Klettergarten in Montestrutto, sowie für tolle andere Klettergebiete der Region bekommt. Nicht wundern, der Laden befindet sich mehr oder weniger in einem Wohnhaus. :-)

Nicht weit – ca. 7km – vom Klettergarten entfernt ist der schöne Zeltplatz Camping Mombarone auf dem wir unsere ersten Nächte im Piemont verbracht haben. Die Sanitäreinrichtungen dort sind sehr sauber, es gibt einen Pool und man kann kostenlos per WLAN ins Internet.

Wart ihr schon mal in der Region? Was könnt ihr empfehlen?

Donnerstag, 25. Juni 2009

Schwerer Steinschlagunfall in den Tannheimer Bergen

Leider musste ich heute auf der Webseite der IG Klettern von einem tödlichen Steinschlagunfall lesen. Der Originaltext hierzu, ist auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft “Sicheres Klettern in den Tannheimer Bergen” zu finden.

Zuallererst möchte ich den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen mein tiefstes Mitgefühl aussprechen.

Seitdem ich heute diese Nachricht gelesen habe, bin ich geschockt, denn vor nicht ganz einem Jahr haben die Vroni und ich versucht, die Route “Svenja” am Schäfer zu klettern. Jedoch machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es begann zu regnen. Das Unglück passierte genau unterhalb dieser Route. Unfassbar!

Ein Wanderer wurde von einem ca. 30 x 40cm großen Felsbrocken, der einem Kletterer aus der Wand gebrochen war, getroffen und erlag Tage später den schweren Verletzungen im Krankenhaus. Den Kletterer trifft keine Schuld, trotzdem ist dies sehr traurig. Auch mir sind schon Felsen ausgebrochen, nur hatte ich das große Glück, dass nie etwas passiert ist.

Nun stellt sich die Frage, wie so ein Unfall zu vermeiden ist? Es wird immer ein Restrisiko geben – das ist klar – doch sollten auf der einen Seite Kletterer Rücksicht nehmen und an stark frequentierten Wochenend- und Feiertagen die Routen oberhalb von Wanderwegen meiden und auf der anderen Seite die Wanderer auf besagten Wanderwegen, einen Helm tragen und sich unterhalb dieser Wände nicht unnötig lange aufhalten. Weiterhin sollten sich alle Bergsteiger vorher z.B. im Internet über mögliche Gefahrenstellen informieren. So wurde bereits im Oktober 2008 im Forum der Webseite klettern-tannheimer.de und im Kletterführer “Klettern auf der Tannheimer Sonnenseite” von Toni Freudig auf die Steinschlaggefahr hingewiesen. Denn nur, wenn ich mir einer Gefahr bewusst bin, kann ich mich gegen diese wappnen.

Auch wenn Helme blöd aussehen, sie können Leben retten!

Sonntag, 14. Juni 2009

Erste Mehrseillängen Route: Aggenstein Osttangente

Da die Vroni morgen Geburtstag hat und ich nun endlich mein Staatsexamen hinter mir habe, sind wir endlich das Projekt unserer ersten Mehrseillängen-Klettertour angegangen. Da wir neben einer längeren Kletterei auch Lust auf eine Bergtour hatten, haben wir uns für eine Route in der Südwand des Aggensteins entschieden. In der Südwand finden sich Routen im Schwierigkeitsgrad von 2+ bis 5+ und mit einer Länge von 3 bis 5 Seillängen. Auf dem Bild könnt Ihr die Südwand mit dem südlichen Vorgipfel sehen (Gipfel ganz links).

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Bei der Auswahl unserer Route haben wir uns für die Osttangente  (4+, 3SL) entschieden. Der Einstieg zur Route  ist bei 47,6363° N und 10,55733° O zu finden und man erreicht ihn am Besten über den zweiten Standplatz des Südostgrats (2+, 4SL). Die Route ist zu Beginn etwas bröselig, wird aber im Mittelteil richtig fest und wunderbar griffig. Die Absicherung ist recht ordentlich, im Ausstieg aber etwas dürftig. Da es sich aber um einfaches Gelände (2+) handelt, war das kein wirkliches Problem. Zum Abstieg steigt man über einen schmalen Grad zum Hauptgipfel auf und nimmt den Normalweg zurück zur Bad Kissinger Hütte, die sich auch sehr gut als Ausgangspunkt eignet.

Da wir uns eher spontan für diese Tour entschieden haben, haben wir nicht auf der Hütte übernachtet, sondern sind von Grän aus in der früh um 7 Uhr aufgestiegen. Das war sinnvoll, denn längere Abschnitte des Weges befinden sich in der prallen Sonne und waren beim Abstieg schon sehr anstrengend.

Sicherlich war das nicht unser letzter Ausflug an den Aggenstein, denn neben den schönen Kletterrouten hat man vom Gipfel einen sehr schönen Ausblick auf fast das ganze Allgäu.

Freitag, 24. April 2009

Neuer Allgäu Rock Kletterführer

Die Vroni und ich haben uns gestern den neuen Allgäu Rock Kletterführer aus dem Gebro Verlag gekauft. Die nun 3. Auflage ist um gut 100 Seiten dicker geworden und enthält viele neue Klettergebiete. Neben Portraits der Erschließer beinhaltet er nun über 170 Topos und gut 1500 Routen, die sich auf über 60 Felsen verteilen.

Obwohl wir die 2. Auflage haben, hat sich der Kauf der 3. auf jeden Fall gelohnt und ich kann den Führer jedem weiterempfehlen. :-)

Samstag, 11. April 2009

Tolle Kletterseite

Ich habe heute eine tolle Webseite übers Klettern und über spezielles Klettertraining gefunden. Die Seite wurde vom Diplom- Sportwissenschaftler und ehemaligen Bundestrainer der Sportkletternationalmannschaft Dr. phil. Guido Köstermeyer erstellt.

Die Seite bietet nicht nur Tipps zu sicherem Klettern, sondern auch sehr gute Informationen zu Konditions- und Techniktraining sowie die Möglichkeit sich online einen Trainingsplan zu erstellen. Neben anschaulichen Bildern findet mach auch noch das ein oder andere Video zur Erklärung von Bewegungsabläufen.

Ich kann jedem empfehlen, sich die Seite mal näher anzuschauen. :-)