Ausgangslage
Mit Beginn der Schulzeit wünschte sich mein Sohn ein Hochbett. Gleichzeitig brauchte er einen festen Arbeitsplatz für Hausaufgaben und später natürlich auch für alles, was sich sonst noch an einem Schreibtisch erledigen lässt.
Statt zwei voneinander unabhängige Möbel in das Zimmer zu stellen, entstand die Idee, beide Anforderungen miteinander zu verbinden.
Eine fertige Standardlösung passte weder besonders gut zum Raum noch zu meinen Vorstellungen. Unter anderem wollte ich eine 120cm breite Liegefläche haben. Deshalb entschied ich mich dafür, das Möbel selbst zu planen und zu bauen.
Planung
Am Anfang stand eine maßstäbliche Planung der gesamten Konstruktion. Dabei musste nicht nur die Größe der Liegefläche berücksichtigt werden. Auch die Position der Leiter, eine ausreichend große Arbeitsfläche, die Bewegungsfreiheit unter dem Bett und der spätere Aufbau im Zimmer spielten eine wichtige Rolle.
Das Grundgerüst plante ich als massive Konstruktion aus Buchenholz. Buche ist belastbar, lässt sich präzise bearbeiten und passt mit ihrer ruhigen Oberfläche gut zu einem Möbel, das über viele Jahre genutzt werden soll.
Die Konstruktion kombiniert klassische Holzverbindungen mit lösbaren Schwerlastmöbelverbindern. Die Zapfenverbindungen sorgen für eine stabile und handwerklich saubere Verbindung der einzelnen Bauteile. An den Stellen, an denen das Möbel für Transport oder Montage wieder zerlegt werden können sollte, kamen verdeckt eingebaute Verbinder des XS-Verbindungssystems zum Einsatz.
So entstand eine Konstruktion, die stabil wirkt, sich aber trotzdem in einzelnen Baugruppen fertigen, in das Zimmer transportieren und dort montieren lässt.



Der integrierte Arbeitsplatz
Der Schreibtisch ist kein nachträglich unter das Bett gestelltes Einzelmöbel, sondern Bestandteil der gesamten Konstruktion. Die Arbeitsfläche verläuft entlang der Rückseite und erweitert sich auf einer Seite zu einer tieferen Tischfläche.
Dadurch entsteht ein großzügiger Arbeitsplatz, ohne dass der Raum unter dem Hochbett vollständig zugestellt wird. Gleichzeitig bleiben Teile der Wand und des Bodens frei und können später noch für Regale, Aufbewahrung oder andere Nutzungen ergänzt werden.
Auch die Leiter wurde in den Rahmen integriert. Sie nimmt dadurch wenig zusätzlichen Raum ein und fügt sich gestalterisch in die Holzkonstruktion ein.
Umsetzung
Nach Abschluss der Planung wurden die einzelnen Bauteile zugeschnitten und Schritt für Schritt bearbeitet. Einen wesentlichen Teil der Arbeit bildeten die Zapfen, Aussparungen und präzisen Aufnahmen für die verdeckten Möbelverbinder.
Gerade bei einer so großen Konstruktion zeigt sich schnell, wie wichtig genaues Arbeiten ist. Kleine Abweichungen an einer Verbindung können sich über die gesamte Länge des Möbels bemerkbar machen. Deshalb wurden die Bauteile während der Fertigung immer wieder probeweise zusammengesetzt und kontrolliert.
Nach der Bearbeitung der Rahmenkonstruktion folgten die Leiter, die Auflage für den Lattenrost und die einzelnen Teile des Schreibtisches. Die Bilder aus der Werkstatt dokumentieren diesen Weg vom zugeschnittenen Holz bis zu den vormontierten Baugruppen.











Ergebnis
Der endgültige Aufbau erfolgte direkt im Zimmer. Dort wurden die vorbereiteten Baugruppen miteinander verbunden, der Lattenrost eingesetzt und die Schreibtischfläche montiert.
Das fertige Möbel verbindet nun zwei klar getrennte Bereiche: einen geschützten Schlafplatz im oberen Teil und einen hellen, großzügigen Arbeitsplatz darunter. Durch die individuelle Planung nutzt es die Höhe und den Grundriss des Zimmers wesentlich besser als zwei getrennte Standardmöbel.
Besonders zufrieden bin ich damit, dass die Konstruktion trotz ihrer Größe ruhig und leicht wirkt. Das massive Buchenholz gibt dem Hochbett Stabilität, während der offene Bereich unter der Liegefläche das Zimmer nicht unnötig einengt.
Für mich war das Projekt eine schöne Verbindung aus genauer Planung, klassischer Holzbearbeitung und einer ganz praktischen Lösung für den Alltag.







